Die Welt auf der wir leben ist rund und voll mit Wasser und schwebt in einem Raum, welcher noch ein bisschen nach Gott riecht. Langsam wird das Wasser immer mehr, weil wir es gern warm haben und nicht die richtigen Füße um einen oder zwei Schritte rückwärts zu machen. Dem Raum und dem Gott macht das scheinbar nichts aus.
Gott sitzt im Himmel und schaut in eine andere Richtung.
Der Himmel ist die blaue Fläche über dir, sie ist ab und an auch grau wegen den weißen Wolken und wegen den dunkleren voller Bindfadenregen. Der Himmel ist die Decke, an die dein Kopf nie stoßen wird. Aber eigentlich ist er nicht blau. Er hat keine Farbe und man kann auch nichts mit dem Finger hinein schreiben. Die Wolken sind auch nicht weiß oder grau und sie haben auch nicht die Form eines Hasen und sehen auch nicht wie ein Drachen aus. Was wir als Farbe wahrnehmen, ist in Wirklichkeit nur der Teil des Lichts, welcher nirgends dazu gepasst hat. Und was da schimmert sind allein unsere Gedanken. Die sind allerdings unendlich.
Es gibt wesentlich mehr Menschen als du bisher kennst auf dieser Welt. Nicht alle haben die gleiche Farbe und nicht alle haben das Herz am rechten Fleck. Aber ganz sicher mehr als man glaubt. Du erkennst sie daran, dass sie manchmal ohne Kopf herum laufen. Ich kenne natürlich nicht alle und wahrscheinlich werde ich auch nicht mehr alle kennen lernen. Aber ich schreibe dir Geschichten auf zu denen, die ich kennen gelernt habe, oder die ich mir selbst vorgestellt habe.
Diese Menschen, von welchen ich gerade erzählt habe, machen oft Dinge die man nicht erklären kann. Solche Dinge kannst du höchstens mit dem Herzen sehen oder dir gerade so vorstellen. Dies nennen wir dann menschlich und erklären gern alles damit. Außerdem kann man diese Dinge in gut und böse unterteilen, wenn man das will. Aber man muss es nicht. Man kann auch menschlich dazu sagen.
Auf dieser Welt hassen sich die Menschen gern gegenseitig. Manchmal mit ihren Körpern, manchmal mit scharfem oder schnellem Metall und manchmal kommt es ihnen nur über die Lippen. Man darf das nicht persönlich nehmen, weißt du. Wir denken dabei eigentlich nur an uns und was wir nicht machen können. Dies können wir nämlich am allerbesten. Eigentlich möchten wir nur geliebt werden ohne wenn und aber. Das erkennt man auch daran, wie viele Liebeslieder es gibt und wie viele Menschen deren Texte singen können.
Die Liebe gibt es weil jemand auf die Idee gekommen ist, es könnte sie geben. Seither träumen wir von ihr und hoffen, sie irgendwann aus uns heraus locken zu können. Die Liebe kann man schwer beschreiben, weißt du. Vielleicht geht es so: Zu lieben heißt, dass man plötzlich alles versteht. Und dass der Rest so herrlich egal ist. Oder so: Die Liebe erkennst du daran, dass du eigentlich niemals weißt, wie sie wirklich aussieht, wo sie herkommt und wohin sie geht. Aber suche nicht nach ihr. Sie findet dich.
Da gibt es dann noch das Gegenteil von Liebe, den Hass. Ihn muss es deshalb geben, weil alles einen mächtigen Gegenspieler braucht. Und auch weil man doch sonst nicht merken würde, woran man gerade ist. Aber um ehrlich zu sein, kann ich noch heute manchmal die beiden nicht auseinander halten. Allgemein könnte man sagen: Es liegt alles so nah beieinander, dass es auf deinen Blickwinkel ankommt. Also Augen auf und durch den Wind.



