Momentan bin ich nicht gerade voll der Hoffnung, dass man mir irgendwann ein gewaltiges Denkmal errichten wird. Oder vielleicht aus kostbarem Holz gemachte Schreine, um darin meine Gebeine als Reliquien eines grandiosen Geistes zu verehren und gegebenenfalls zu barer Münze zu machen.
Man hat es als kreativer Mensch auch nicht unbedingt leicht: Dynamit ist schon längst erfunden, Teleskop-Astscheren ebenso und auch das Penicillin ist seit Generationen ein alter Hut. Da bleibt echt nicht viel um sich ins Buch der großen Denker einzuschreiben.
Das Leben ist auch so schon kompliziert. Man bekommt es bei seiner Zeugung quasi in die noch nicht vorhandene Hand gedrückt und schon neun Monate später heißt es endgültig raus bei Mama. Dann gibt es statt einer durchaus notwenigen Daseinsgebrauchsanweisung nur einen Klaps auf den nackten Hintern. Später liegt man hüllenlos auf sterilen Tüchern und schreit sich den jungen Hals wund als könnte man schon ahnen, die nächsten hundert Jahre, die werden garantiert kein Zuckerschlecken.
Schon die Suche nach einem Partner welcher auch noch die Richtige ist - kein Zuckerschlecken. Ich habe es mir angewöhnt, unaufdringlich und interessiert in Gesichter zu sehen, von denen ich glaube, sie würden sich Desinteresse angesichts meiner selbst nicht leisten wollen. Ich kann dann auf eine charmante Art zurückhaltend sein, ich schweige sehr angemessen in solchen Situationen, und so kommt es hin und wieder vor, dass ich für sensibel und interessant befunden und angefasst werde. Da ich offensichtlich nicht primär sexuelle Ziele verfolge, geht mir nun der Ruf voraus, verständnisvoll und feinfühlig zu sein. Bei so entstehenden Gesprächen kommt auch immer die Frage nach Hobbies. Frau möchte da eigentlich nur wissen ob man Fussball mag und deswegen vielleicht später mit Bierbauch auf dem Sofa ihre neue Frisur nicht bemerken könnte. Ich antworte immer, Mannschaftssport ist nichts für mich, denn es endet ja doch immer mit gemeinsamen Duschen und dem Schlagen nasser Handtücher auf nackte Hintern. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Ich gebe zu, wenn ich mit der U-18 Volleyball Nationalmannschaft der Damen trainieren dürfte… Ich würde auf gemeinsames Duschen geradezu bestehen und zwar vor, während und nach dem Spiel. Und selbst wenn mein Hintern schon so rot wie ein Feuerlöscher wäre, ich werde mich nicht beschweren, sondern gleichfalls versuchen, mit meinem nassen Handtuch ein ähnliches Rot auf die sicherlich bis in den letzten Winkel durchtrainierten, faltenlosen Hintern der Volleyballerinnen zu zaubern.
Frauen wissen schon es unsereins schwer zu machen. Ich halte es zwar durchaus für romantisch, im Mondlicht paarweise durch Parks und heruntergekommene Wohnlandschaften zu spazieren. Doch laut neustem Wissenstand handelt es sich dabei gar nicht um Mondschein, sondern nur um Sonnenlicht, welches vom Mond reflektiert wird. Und im Sonnenlicht zu schlendern ist nun einmal unsere tagtägliche Pflicht, sofern man nicht gerade im Bergwerk arbeitet oder einen Vater in Österreich hat.
Also warum spazieren wir dann nicht schon bei Tage durch die Stadt, da ich ja für den nächtlichen Sonnenschein durchaus Ideen zu anderweitigen Aktivitäten hätte. Und da ich recht monogam veranlagt bin, zählt das auch nicht als Mannschaftssport.
Und ab diesem Punkt ist doch wieder alles wie der Rest des Lebens - zum Zuckerschlecken.